
Die Statistik der erwarteten Tore (xG) hat sich zu einem der wichtigsten Instrumente in der Fußballanalyse entwickelt. Sie ermöglicht es, nicht nur das Spielergebnis, sondern auch die Qualität von Torchancen zu beurteilen. Sie liefert ein besseres Verständnis dafür, welches Team effektiver war und wer die besseren Torchancen hatte.
Was sind xG-Statistiken und wie werden sie berechnet?
xG (erwartete Tore) misst die Wahrscheinlichkeit, dass ein bestimmter Schuss zu einem Tor führt. Dieser Wert wird auf einer Skala von 0 bis 1 angegeben, wobei 1 nahezu sicher ist. Algorithmen berücksichtigen zahlreiche Faktoren wie Torentfernung, Schusswinkel, Passart und Position der Verteidiger.
Je besser die Chance, desto höher ist der dem Schuss zugewiesene xG. Beispielsweise kann ein Schuss aus dem Strafraum einen xG-Wert von 0,7 haben, während ein Distanzschuss oft nur einen xG-Wert von 0,05 hat. So lässt sich präzise beurteilen, ob eine Mannschaft echte Chancen kreiert oder einfach nur viele harmlose Schüsse abgibt.
Wichtig zu wissen ist auch, dass der Gesamt-xG für das gesamte Spiel einen objektiveren Vergleich zwischen Teams ermöglicht als das Ergebnis allein. Trainer und Analysten stützen ihre Entscheidungen daher zunehmend auf diese Daten.
Wie interpretiert man den xG im Kontext von Spielergebnissen?
Wenn eine Mannschaft ein Spiel 1:0 gewinnt, ihr xG aber nur 0,4 beträgt, während der xG des Gegners 2,1 beträgt, könnte das Ergebnis auf Glück oder eine hervorragende Torwartleistung zurückzuführen sein. Andererseits hat eine Mannschaft, die zwar verliert, aber einen höheren xG hat, wahrscheinlich mehr wertvolle Torchancen herausgespielt, diese aber nicht nutzen können.
Die XG-Analyse kann daher Teams identifizieren, die regelmäßig ihre Statistiken übertreffen und bald an Effektivität verlieren könnten. Ebenso können sie Teams identifizieren, die gut spielen, aber Pech haben und deren Ergebnisse sich in Zukunft verbessern könnten.
Der xG kann auch bei der Beurteilung einzelner Spieler hilfreich sein. Ein Stürmer, der konstant einen hohen xG erreicht, aber keine Tore schießt, hat möglicherweise Schwierigkeiten, Tore zu erzielen. Ein Spieler, der aus schwierigen Positionen punktet, verfügt hingegen wahrscheinlich über überdurchschnittliche Fähigkeiten.
Wie nutzt man xG in Sportanalysen und Wetten?
xG ist ein wertvolles Instrument zur Vorhersage von Trends im Fußball. Teams mit einem hohen xG und einer geringen Anzahl an erzielten Toren erzielen in den Folgespielen oft bessere Ergebnisse, da ihre Effizienz mit der Zeit wieder dem Durchschnitt entspricht. Dies ist ein wertvoller Indikator für Analysten und Wettende.
Es ist jedoch wichtig zu bedenken, dass xG nicht alles berücksichtigt. Es berücksichtigt weder individuelle Fehler noch die Qualität der Pässe oder individuelle technische Fähigkeiten. Daher sollte es immer in Verbindung mit anderen Statistiken analysiert werden, wie z. B. Ballbesitz, Anzahl der Pässe im Angriffsdrittel oder die Qualität der gegnerischen Verteidigung.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass xG-Statistiken eines der besten Instrumente zur objektiven Bewertung eines Spiels sind. Sie ermöglichen es uns, über den Spielstand hinauszublicken und zu verstehen, wer das Spielfeld wirklich dominiert hat und wie die zukünftige Leistung der Teams aussehen könnte.
Adam Wagner
